Karpaltunnelsyndrom

Der Karpaltunnel ist ein recht schmaler Kanal zwischen Handgelenk und Hand. Innerhalb dieses Kanals verlaufen die Sehnen von 9 Muskeln sowie ein Nerv, der als Mediannerv bezeichnet wird.

Er zeichnet sich durch einen leeren Raum aufgrund der Anatomie der Handwurzelknochen aus, die mit dem Querband der Handwurzel verbunden sind.

Symptome des Karpaltunnelsyndroms

Wiederholte Kompression des Karpaltunnels führt zu einer Entzündung, die als Karpaltunnelsyndrom (kurz auch KTS) bezeichnet wird.

Sie äußert sich durch Schmerzen, Taubheitsgefühl und Kribbeln. Typischerweise sind das Handgelenk und die Finger der rechten Hand betroffen, in einigen Fällen aber auch die linke Hand (insbesondere bei Linkshändern).

Spürbare Symptome sind eingeschlafene Finger oder Kribbelns in den ersten vier Fingern, vom Daumen bis zum Ringfinger. Darüber hinaus ist auch ein Taubheitsgefühl in der Handfläche üblich.

In den schwerwiegendsten Fällen sind die Schmerzen in der Hand stärker und Sie können sogar zu starken brennenden Schmerzen führen.

Ursachen

Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms können vielfältig sein.

Schwangere Frauen sind oft ab dem dritten Monat von dieser Erkrankung betroffen. Dies ist auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen, die zu Flüssigkeitsretention und Schwellungen führen. Somit wird der Raum im Karpaltunnel verengt, was zu einem Leiden des Mediannervs führt.

Eine erbliche Veranlagung ist eine weitere Ursache, die zum Ausbruch des Syndroms führen kann. Ein geringer Umfang des Kanals kann auf eine genetische Beschaffenheit zurückzuführen sein.

Ein weiterer Auslöser kann eine Gewichtszunahme sein. Denn die daraus resultierende Ansammlung von Fett im Handgelenk bewirkt eine Nervenkompression.

Anatomische Gegebenheiten können ebenfalls zur Entstehung der Krankheit beitragen. Menschen mit einem schmaleren Handgelenk scheinen eher betroffen zu sein, auch wenn es noch keine absolute Gewissheit über diese Theorie gibt.

Einige Krankheiten begünstigen außerdem das Auftreten einer Entzündung:

  • Diabetes: Laut einigen klinischen Studien prognostiziert Diabetes das Karpaltunnelsyndrom, aber der Mechanismus, der die beiden Krankheiten verbindet, ist noch unklar.
  • Rheumatoide Arthritis: Manchmal aüßert sie sich zunächst als Karpaltunnelsyndrom.
  • Gicht: Eine entzündliche Erkrankung, die auf die Ablagerung von Harnsäurekristallen zurückzuführen ist.
  • Adipositas: In diesem Fall kann der Überschuss an Fett die Nerven- und Sehnenbänder zusammendrücken.
  • Chronische Flüssigkeitsretention und Nierenversagen: Beide führen dazu, dass sich in bestimmten Bereichen des Körpers, einschließlich der Hände und Handgelenke, Flüssigkeiten ansammeln.
  • Hypothyreose: Zu den Folgeerscheinungen dieser Erkrankung gehören auch das Karpal- und Tarsaltunnelsyndrom.

Außerdem begünstigen gewisse berufliche Tätigkeiten wie der tägliche Gebrauch von Computer und Maus sicherlich das Auftreten dieser Krankheit.

Diagnose

Für die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms sind Fachärzte wie ein Orthopäde oder Neurochirurg zu konsultieren.

In der Regel handelt es sich bei der Diagnose um eine objektive Untersuchung und Bewertung der klinischen Vorgeschichte und Gewohnheiten des Patienten.

In einigen Fällen wird jedoch auf die Elektromyographie zurückgegriffen, eine Untersuchung, die im Falle des Karpaltunnelsyndroms das Einführen einer kleinen Nadelelektrode in den Muskel vorsieht.

Ziel der Elektromyographie ist es, den Gesundheitszustand des Muskels und der Zellen, die ihn kontrollieren, zu beurteilen und seine elektrische Aktivität zu messen.

Weitere spezifischere Tests sind:

  • Der Hoffmann-Tinel-Test, bei dem der Arzt einen leichten Druck auf das Handgelenk des Patienten ausübt, um auf Kribbeln zu prüfen.
  • Der Phalen-Test, bei dem der Patient seine Hände mit dem Rücken zueinander und mit den Fingern nach unten legen muss. Auch in diesem wird auf auftretendes Kribbeln geprüft.

Besteht bei der objektiven Untersuchung die Befürchtung, dass eine Fraktur des Handgelenks oder eine degenerative Erkrankung der Gelenke vorliegt, so sollte eine radiologische Untersuchung durchgeführt werden.

In ähnlicher Weise, wenn das Syndrom des Patienten durch nicht diagnostizierte Erkrankungen wie Diabetes, Hypothyreose, Gicht oder rheumatoide Arthritis verursacht sein könnte, werden in der Regel Bluttests durchgeführt.

Therapien

Die Heilmittel und Behandlungsmethoden für das Karpaltunnelsyndrom hängen von der Dauer und Intensität der Symptome ab.

In den folgenden Abschnitten werden wir die verschiedenen Therapien betrachten, von den weniger invasiven bis zu den invasiven.

Naturheilmittel

Üblicherweise gehören folgende Schritte zu den Naturheilmitteln:

  • Die einfache Anwendung von Eis, besonders wenn der Bereich des Handgelenks entzündet ist.
  • Die Durchführung von entsprechenden Übungen für den Karpaltunnelbereich, wie z. B. Stretching oder Übungen zur Stärkung des Handgelenks.

Diese Übungen sollten jedoch immer unter der Aufsicht eines Facharztes wie z. B. eines Physiotherapeuten oder Arbeitsmediziners durchgeführt werden.

Wenn eine Heilung mit einfachen Naturheilmitteln nicht möglich ist, kommen gezieltere Therapien zum Einsatz.

Konservative Therapie

Die konservative Therapie sieht die Anwendung einer Handgelenkschiene sowie die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten auf der Basis von Kortikosteroiden vor. Diese Medikamente werden oral eingenommen oder direkt in das Handgelenk gespritzt.

In einigen Fällen sind jedoch neurotrophe Medikamente der Verabreichung von Kortison vorzuziehen.

Die Behandlung ist vor allem bei schwangeren Frauen und besonders bei jungen Patienten eher konservativ ausgerichtet.

Leider reicht dies nicht immer aus, um die Krankheit zu heilen.

Der Einsatz von Elektrostimulation und insbesondere der TENS-Elektrotherapie kann zur schnellen Schmerzlinderung von großem Nutzen sein.

Auch die Magnetfeldtherapie kann zur Erzielung einer schmerzlindernden Wirkung eingesetzt werden. Da die Anwendungsdauer jedoch mittellang bis lang ist, sollte der Hauptzweck der Anwendung darin bestehen, die Entzündung zu reduzieren und eine Verschlechterung zu verhindern.

Operation am Karpaltunnel

Bei besonders starken Symptomen, die seit mindestens 6 Monaten bestehen, ist ein chirurgischer Eingriff am Karpaltunnel zu empfehlen.

Bei der Operation wird das Gewebeband um das Handgelenk durchtrennt. Dadurch wird die Kompression auf den Mediannerv reduziert.

Ärzte können sich für zwei verschiedene Arten von Operationen entscheiden:

  • Ein offener Eingriff, bei dem die Ärzte einen einzigen Schnitt am Handgelenk in einer Länge von ca. 5 cm vornehmen.
  • Ein endoskopischer Eingriff, bei dem zwei etwas über 1 cm lange Schnitte am Handgelenk und an der Handfläche vorgenommen werden.

In der Regel werden beide Operationen unter Lokalanästhesie durchgeführt, aber der endoskopische Operation ermöglicht eine schnellere Rehabilitation.

Unmittelbar nach der Operation beginnt die Genesungsphase. Zunächst muss der Patient das Handgelenk einige Tage lang verbunden halten. Anschließend wird empfohlen, die Reha-Übungen unter Verwendung einer Handgelenkschiene zu beginnen.

Vorbeugung

Wie bereits erwähnt, kann dieses Syndrom auf einige täglich am Arbeitsplatz ausgeführte Aktivitäten zurückzuführen sein.

Aus diesem Grund können einige vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, wie z. B. Stretching-Übungen und Pausen während der Handarbeit.

Darüber hinaus ist es wichtig, immer auf die Körperhaltung und die Position des Handgelenks zu achten.

Wie ebenfalls schon erwähnt, kann auch die Magnetfeldtherapie die Entzündung in der ersten Phase eindämmen.

Die Vorbeugung ist daher sehr wichtig, da sie die Notwendigkeit einer zukünftigen Operation vermeiden kann.

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